Samstag, 17. Dezember 2011

Leerfahrt

23:59 Uhr
Graham Busbahnhof
Talseek City, Großbritanien

Tom starrt in den Himmel, das stillstehende Bild der Sterne observierend, und nippt in nahezu regelmäßigen, aufeinander abgestimmten Zeitabständen an seinem obligatorischen Arbeitsbeginnskaffee. In all seiner Gemütlichkeit nutzt er die letzten Sekunden der letzten Minute und genießt. Er genießt die Stille, die preziöse Leere im Himmelsgewölbe, die die Kälte um ihn herum noch tiefer in die Minusgrade presst. Ihm macht das nichts aus, sein adipöser Körperbau hält warm und bildet einen invisiblen Schutz vor den eisigen Temperaturen, die sich radikal mit den Kältezellen des Körpers in Verbindung setzen, als würden sie an ihre Türen klopfen und ihnen ordnungsliebend auf die Fresse hauen. Hunderttausende Thermorezeptoren arbeiten mit Hochdruck, sie wollen dir sagen: dir ist kalt, zieh' dir was an! Tom hat es nicht nötig, so bleibt er auf der morschen hölzernen Bank sitzen, nur mit einem versifften Hawaihemd und einer weißen Unterhose bekleidet.

Ein letzter Blick auf die Armbanduhr, der Sekundenzeiger schnellt die letzten neunzig Grad nach oben und wird den neuen Tag schneller beginnen, als es Tom lieb ist. Gerade eben noch war es das Nichts, das Gefühl und die Gewissheit, absolut unbeobachtet zu sein, doch das hilft auch nicht. Er setzt den Becher an seine Lippen und schüttet sich die schwarze Brühe den Hals hinunter. Der Sekundenzeiger hat den Arbeitsbeginn bereits herbeigeführt, Tom atmet nochmal tief ein und bringt seine schwerwiegende Masse in Bewegung. Seinen Knochen bleibt keine andere Wahl, als die brachialen Gewichte zu stämmen und sie bis ans Ziel zu schleppen. Sein Gesichtsausdruck bleibt stets derselbe, Schmerz, Angst, Kummer, Anstrengung, Hass, Liebe, all das ist tief im Inneren von Toms Seele verborgen. Eine kryptomere Weise, sein Leben zu führen. Die wenigen flackernden Leuchtstoffröhren, die mit korrodierten Ketten an der Überdachung aus Beton befestigt sind, erzeugen nur schwaches Licht, die stämmigen Stahlpfähle, die den schweren Beton tragen, sind mit alter, durchnässter, plakativer Werbung bestückt, die keinerlei Beachtung genießen können und die rohen Pflastersteine, auf denen man geht und fährt, dienen schon seit einer Ewigkeit als ein Zuhause für Müll und Dreck. Hier hat schon lange niemand mehr gefegt und den Dreck weggeräumt, seit den letzten Besuchern blieb alles liegen. Dieser Ort wirkt nicht einladend, eher abstoßend, und absorbiert auf der Stelle jegliche Freude und alles an Wohlbefinden und Glück. Er ist funebral und grau, abschreckend und brutal, hemmungslos, beunruhigend.

Tom steigt in seinen Bus und macht es sich auf dem Fahrersitz bequem. Auf dem Armaturenbrett häufen sich die Erotikzeitschriften, deren Seiten bereits zusammenkleben, der Gang ist bis in die letzte Reihe mit leeren Kaffeebechern und benutzten Servierten zugemüllt. Er startet den Motor, schließt die Tür und die Fahrt geht los. Knarrende und quietschende Geräusche begleiten das Bewegen der tonnenschweren Last, die auf dem luftgefüllten Gummi der großen Räder liegt. Tom dreht eine kleine Runde und fährt auf die Ausfahrt zu, der Bus verlässt seine Heimat. Außerhalb der Station ist die Atmosphäre nicht schöner. Die Häuser sind alt, verlassen und ruinös, die Dächer bestehen nur noch aus der Holzkonstruktion, die Ziegel sind verschwunden. Der Putz an den Fassaden bröckelt und das Gestein ist mit spaltigen Rissen durchzogen. In den Fensterrahmen sind lediglich noch einzelne Scherben eingespannt. Die Bäume sind kahl, hier gibt es keine Pflanzen. Tom biegt in die Prestonstreet ein, auf der linken Seite kniet ein nackter Mann auf der Straße. Der Bus wird langsamer und rollt in Schrittgeschwindigkeit an ihm vorbei. Er zieht mit aller Kraft am Deckel des Straßenablaufs, der sich vor ihm befindet, scheinbar hat er jedoch keine Chance, nichts bewegt sich. Seine Haut ist dreckig und von blutigen Schnittwunden gezeichnet, in seinem Gesicht schlagen sich Falten übereinander, als würden sie gemeinsam einen steilen Abhang hintunterrollen. Die Form der Knochen sind unter seiner Haut deutlich erkennbar, die vergebliche Suche nach Fleisch und Fett, an ihm ist nicht viel dran. Immer wieder schlägt er mit dem Kopf auf das harte Eisen, sodass Platzwunden an seinem Schädel entstehen, und schaut der feuchten, dunklen Tiefe des Kanals in die Augen. Seine Schreie sind ohrenbetäubend und dringen durch das dicke Glas ins Businnere und erreichen Toms Gehörgänge mit einer schockierenden Gewalt. Als der Mann losschreit, läuft ihm das Blut aus dem Mund und tropft zwischen den eisernen Streben hindurch in den Ablaufschacht. Er kreischt, schlägt mit der Faust auf das Eisen.
,,Gib mir meine Freiheit zurück!"

Eine Seele, die den Gang am Abgrund des Lebens nicht überlebt hat. Seine letzten Leidensschreie hört Tom nur noch flüchtig, im Außenspiegel sind die Qualen seines seelisch kranken Körpers noch immer explizit aufgezeigt, während er wieder beschleunigt. Auf der Straße stehen junge Liebespaare und streiten sich wegen Geldsorgen, dem Gefühl von Einsamkeit und einfachen Meinungsdifferenzen, die sich jedoch mit den wichtigen Dingen im Leben beschäftigen. Ein teurer Luxuswagen steht in einer der lichtlosen Ecken der Stadt, die Scheiben sind vom heißen Atem des verheirateten Geschäftsmannes und der Nutte, die es auf der Rückback hemmungslos miteinander treiben, angelaufen. Die Ehefrau sitzt zu Hause mit dem liebevoll zubereiteten Essen und wartet auf ihren Mann, der im selben Augenblick seinen Schwanz in eine andere Frau schiebt. Sie weiß es, doch die Kraft, sich von ihm zu trennen, die fehlt ihr. Tom beschleunigt den Bus auf fünfzig Stundenkilometer und biegt hundert Meter weiter in die Downstreet ein. Verostete Tonnen stehen auf jeder Straßenseite verteilt, in ihnen tanzen Flammen, die für ein wenig Licht sorgen. Eine Guppe uniformierter Menschen mit Gewehren steht vor dem alten Lebensmittelladen. Einer von ihnen hält ein Kleinkind an den zierlichen Oberarmen fest, das Kind weint und will zu seiner Mama, die vor den dominierenden Männern kniet. Wieder bremst Tom den Bus ab, seine Blicke richten sich auf dieses Szenario. Die Angst des kleinen Jungen ist spürbar. Während die Männer unoffensichtliche Gestiken von sich geben, bewegt er sich auf einer abgrundtiefen emotionalen Ebene, die kaum einem erwachsenen Menschen angetan werden kann. Plötzlich ist die Frau am Boden gezwungen, dem Lauf des Gewehres entgegenzusehen und der Schuss schallt durch die gesamte Stadt. Er ertönt beinahe mit ihrem allerletzten Schrei zeitgleich. Die Wucht der Kugel bricht aus ihrem Hinterkopf aus und das Blut spritzt gegen die verdreckte Schaufensterscheibe und spült den Staub weg. Nacheinander teilen sich die Männer in verschiedene Richtungen auf, sie verschwinden einfach, als wäre nichts passiert. Der Mann lässt den kleinen Jungen gehen und verschwindet ebenfalls. Die Tränen werden dicker und fließen strömender die Wangen hinunter.
,,Mami!"
Er rennt zum leblosen Körper seiner Mutter und fällt auf die Knie. Seine Tränen tropfen auf das blutbesudelte Gesicht und er schüttelt seine tote Mutter in der Hoffnung, dass sie endlich wieder aufwacht. Die Verzweiflung wird mit jeder fließenden Träne immer größer und bedrückender.
,,Mami!"
Der Junge ist mit sich allein, er weiß nicht, was er tun soll. Tom ist das erste Mal in seinem Leben beeindruckt. Beeindruckt von der emotionalen Stärke eines noch so jungen Menschen, er kann sie nicht mehr zurückhalten, die erste Träne seines Lebens. Seine Emotionen durchbrechen seinen kryptomeren Lebensstil und er beginnt, zu trauern. Die Hände des Jungen sind im Blut seiner Mutter getränkt und er kann nicht aufhören, zu weinen. Er schüttelt sie, schlägt auf ihr herum, kreischt sie an, doch es ist vorbei. Gegen die größte Macht der Welt bleibt ihm keine Chance. Er legt seinen Kopf auf dem Brustkorb seiner Mutter ab und umarmt sie. Ihre Augen starren weit geöffnet in den Himmel, es scheint so, als würden sie das stillstehende Bild der Sterne oberservieren. Tom wird plötzlich klar, er muss es verhindern, seinen ausgebrochenen Emotionen erneut den Weg versperren. Instinktiv beschleunigt er wieder auf fünfzig Stundenkilometer und fährt davon. Er lässt das kleine Kind zurück, mit seiner Trauer, mit der Verzweiflung, mit den schmerzhaften Qualen der Liebe. Tom bleibt noch immer sein Bus, seine Leerfahrten durch das Elend. Dem Jungen bleibt nur der tote Körper seiner Mutter und die verstörte Seele, die nun tief in seinem Herzen vor sich hinstirbt. Er schließt seine Augen und lässt den Tränen freien Lauf.

,,Mami!"

Sonntag, 23. Oktober 2011

Enter The Error

Die Kausalität des progressiven Gesellschaftsdefekts und der Degeneration unserer Entscheidungsfähigkeit und dessen Argumentation ist widernatürlich und grotesk. Die Menschheit befindet sich bereits im dritten Weltkrieg, doch niemand kann es durchschauen. Wir sehen nur das, was wir sehen sollen, wir hören nur das, was uns erzählt wird. Während ich im städtischen Park das wundervolle Frühlingswetter genieße, in aller Ruhe meinen Kaffee trinke und meinen Hund das Stöckchen jagen lasse, den Liebespaaren beim Küssen zusehe und den Junkies unter den Bäumen meine Blicke schenke, schlachten sich meine Mitmenschen mit einer bewundernswerten Euphorie gegenseitig ab. Der polemische Euphemismus des herrschenden Tötens grassiert auf der wüsten Welt und ich sitze stillschweigend dort und bin von dem weltweiten Chaos vollkommen fasziniert. Der abartige Gestank der schwangeren Kinderleichen, die den blutigen Aspahlt pflastern, zieht durch die Atemwege und macht ein freies Durchatmen unmöglich. Seit Jahren prasselt der blutrote Regen auf uns herab und bildet einen Schleier, der uns wie Vogelscheiße auf den Augen die Sicht auf Vernunft und unseren eigenen Verstand verwehrt. Jeden Tag zählt das Universum weitere Opfer des Weltschicksals und vor Gericht, an dem Ort, wo zwischen Mord und Totschlag unfair differenziert wird, statuieren die Richter und Anwälte ein Exempel von Dummheit und Ungerechtigkeit. Aus den Zeiten des Mittelalters haben wir nichts gelernt. Der Hass, die Folter und die Misanthropie sind etabliert. Gelernt, das alles durch Verstand und Gerechtigkeit zu ersetzen, haben wir nicht.
Das Kind ohne Beine mit dem verstümmelten Arm macht seinen ersten literarischen Schritt und auf dem dreckigen Blatt Papier entsehen die Worte Fick Dich Gott, während seine Umgebung im bluttriefenden Sand der Wüste versinkt. Die Hoffnung ist gestorben, die betenden Worte erfüllen schon lange nicht mehr ihren Sinn, die Zahl der Bevölkerung wird penetrant auf ein Minimum reduziert.
Und noch immer sitze ich dort auf meiner Holzbank im städtischen Park, starre kontinuierlich stumpfsinnig gegen eine riesen Tanne, deren Zweige sich im Wind hin und her bewegen, und bekomme vom ultimativen Disaster, das sich laut aber langsam entwickelt, nichts mit. Mein Hund klemmt das Stöckchen zwischen sein Gebiss und rennt schwanzwedelnd zu mir zurück. Dann legt er es vor meine Füße und setzt sich hin, erwartungsvoll, dass ich das Stöckchen wieder wegwerfe, doch ich tue es nicht. Nur noch ein letzter Schluck Kaffee befindet sich im Becher, ich trinke ihn aus. Plötzlich herrscht eine unangenehme Stille. Ich beende das stumpsinnige Anstarren des Baums und suche nach den Liebespaaren, die eben noch auf der grünen Wiese standen und sich liebevoll küssten. Wo sind die versifften Junkies, die sich gerade eben den nächsten Schuss setzen wollten? Und plötzlich zerbricht auch das wunderschöne Wetter, das vom Himmel ausging, und die Wolken fügen sich zu einem gewaltigen Graubild zusammen, das sich schon bald zu entleeren scheint. Die Dissolution des Erdreichs beginnt abrupt und ist erschreckend. Die Sekundanz, die mich wie ein Käfig vor dem Verfall der Welt schützte, beginnt langsam zu bröckeln und nun sehe auch ich, dass es nie einen schönen Park gegeben hat. Sie schützte meinen Körper vor all den Schmerzen und dem Leid, doch jetzt ist es auch für mich zu Ende. Der trockene Boden teilt sich in viele einzelne Erbrocken, als sich die großen Spalten wie Blitze durch den Grund ziehen. Es beginnt mit einem ohrenbetäubenden Krachen, mit dem die dicken, blutigen Regentropfen vom Himmel schießen und sich wie gierige Tiere auf den Asphalt, das Gras und die Steine dieser Straßen stürzen, als schien es ihre letzte Mahlzeit zu sein. Die unzähligen Leichen tun sich aus den Abgründen hervor und treiben in den heftigen Mahlströmen des Blutes, das die Welt durchspült. Mein Hund wird von den Fluten mitgerissen und verschwindet jaulend im schrecklichen Rot. Ich gerate in Panik, als mich der Strom erfasst, und suche einen letzten rettenden Halt am Holz der Parkbank, doch lange würde es nicht halten, das ahne ich bereits. Es ist laut und anstrengend, die Atmosphäre wirkt verstörend auf meine Sinne, ich habe Angst. Nacheinander knicken die stämmigen Tannen um und bringen die Erde zum Beben, Häuser zerbröckeln, Fensterscheiben zerplatzen, die Menschen kreischen der destruktiven Gewalt entgegen und sterben. Ich habe keine Kraft mehr, um mich noch länger an die Bank zu klammern, meine nassen Finger rutschen Stück für Stück weiter ab. Die nächste Flutwelle reißt mich mit und ich ströme dem dunklen tiefen Loch entgegen, das mich jede Sekunde verschlucken wird.

Dann sehe ich gleißend grelles Licht, begleitet von nutzloser Stille und einem mächtigen Druck auf den Ohren. Es sind keine Schüsse zu hören, niemand tötet, niemand stirbt. Wo bin ich hier? Ist das das Paradies oder fügt sich das bedrängende und dennoch herrliche Gefühl schon bald zu einem Abbild der Hölle zusammen?


Ich spüre, wie sich meine Lungen mit dem verdreckten Blut füllen und erreiche die Erkenntnis, dass ich nur zu träumen schien. Die grellen, bunten Lichter, die bedrängende Stille, alles fort. Der tödliche Mahlstrom hat mich in seinen Fängen und reißt mich unsanft hin und her. Stinkende Gliedmaßen schwimmen vor meinem Gesicht, ich kann in die Augen mancher Leichen sehen. Ihre Blicke sind kalt und leer, doch es scheint, als wollten sie mir etwas mitteilen, als sollte ich ihnen helfen. Ich kann nicht, mein Geist beginnt, langsam aus dem Leben zu treten und blickt von oben auf meinen bewusstlosen Körper hinab, der im strömenden Blut kaum noch zu erkennen ist. Es ist traurig, unverhofft aus dem Leben zu scheiden. Das ist auch meiner Seele bewusst, so folgt sie mir in den reißenden Strom und steht mir bei, während ich qualvoll meinem Tod in die Augen sehen muss.

Samstag, 27. August 2011

Times Of Mayhem

Die heiligen Flaggen der Gesellschaft brennen lichterloh. Die Gefängnisse platzen aus all ihren Nähten und der Abschaum unserer Menschheit ist frei. Lebensgefährliche Krawalle auf den Straßen, das Parlament ist in Schutt und Asche zerlegt. Die Tage, an denen wir uns sagen ließen, was wir fressen und dementsprechend wieder auszuscheißen hatten, sind nun endgültig Geschichte. Die Regierenden stehen konsterniert zwischen den heißen Flammen und der Präsident kaut verzweifelt aus reiner Resignation auf den Fingernägeln bis die Fingerkuppen bluten. Kinder der reichen Ärsche werden von meinen impassiblen Anhängern erschossen, meine Großmutter verprügelt ihren Altenpfleger mit dem Gehstock und stimmt eindeutig für die revolutionäre Haltung. Wir werden euch lehren, uns zu unterwerfen. Der Pantragismus tritt ein. Die Welt ist in einem fulminant solidarischen Zustand. Wir gewinnen, ihr verliert.

Lange genug wurden wir regelrecht psychologisch geklont und all diese Jahre ließen wir uns damit konsensuell in den Arsch ficken. Wir folgten euren Worten und fügten uns ohne jegliche Resistenz in euer Traumbild einer Gesellschaft ein. Rebellion war ein Fremdwort. Niemand traute sich je, den Schwanz rauszuziehen, doch das ist jetzt vorbei.
Autos brennen aus, Glas zerbricht, Steine fliegen, Menschen kreischen, Knochen brechen und Blut fließt.

Ich sitze auf einem Schutthaufen, die Arme auf die Oberschenkel gestützt, und schaue nach unten. Die heißen Flammen, die im brennenden Auto vor mir knistern, wärmen meinen Körper. Es ist Winter und dicke Schneeschichten belagern die vom Chaos überfluteten Straßen. Da es an jeder Ecke brennt, ist es nicht allzu kalt. Ich schaue nach rechts zur großen Kreuzung und sehe einen brennenden Mann, der sich auf dem Boden wälzt und verzweifelt nach seiner Mutter ruft. Während der Mann seinem Schicksal ins Auge sieht, prügeln die Bullen mit ihren Schlagstöcken auf ihn ein. Plötzlich ertönt ein lautes dumpfes Krachen und ein blitzartiges Licht zwingt mich, meine Augen kurz zu schließen. Als ich wieder hinsehe, liegen die Polizisten auf dem Asphalt, der eine ist wohl tot. Der andere hält sich seinen Beinstumpf, aus dem das Blut nur so herausschießt, und schreit vor Schmerzen. Eine schwarzgekleidete Person kommt hinzu, sie ist gekleidet wie auch ich. Das Gesicht nicht erkennbar. Ich beobachte die Situation. Die Person steht vor dem beinlosen Polizisten und tritt ihm in aller Ruhe wuchtig auf den Stumpf. Der Bulle am Boden schreit laut. Der schwarzgekleidete Kerl klopft sich wie ein Affe auf die Brust und tanzt hin und her. Dann holt er etwas kleines Ovales aus der Jackentasche, zieht an etwas, und steckt ihm das kleine Teil in den Mund. Er entfernt sich und lacht. Ein paar Sekunden später ertönt das laute Krachen erneut. Handgranaten. Die Gewalt, die unsere Revolution begleitet, ist transzendent, doch so funktioniert es und wir rücken Schritt für Schritt näher an unser Ziel.
Der Präsident kommt hinter dem Schutthaufen hervorgekrochen, sein feiner Anzug ist durchlöchert und dreckig. Ich inhaliere den Qualm meiner Zigarette und genieße die letzten Atemzüge. Dann stehe ich auf, ich gestatte ihm seine letzten bettelnden Worte, dann durchdringt meine Kugel seinen Schädel und verteilt die Knochensplitter und Hirnbrocken über den Asphalt. Der erste Mord meines Lebens, es kommen leichte Zweifel auf, an der Sache, die ich tue. Wohl eher ist es die Art, wie alles begann, denn mir kommt die Frage auf, ob diese Gewalt wirklich nötig ist, wenn ich mir die Leiche vor meinen Füßen ansehe. Das Blut läuft ihm aus dem Kopf und sammelt sich. Ich habe einen Menschen innerhalb Bruchteilen einer Sekunde aus dem Leben gerissen. Hätten wir eine vernünftige Diskussion führen können? Hätten wir uns konformieren können? Ich habe keine Antwort, plötzlich ist es mir egal, die Zweifel verschwinden abrupt. Ich habe schlagartig kein Interesse mehr an der Frage, so wie Politiker sich den wirklichen Störfaktoren der Gesellschaft entziehen. Eine andere Frage tut sich mir auf. Was ist mit all der Großherzigkeit und all der Rücksichtnahme auf unsere Mitmenschen geschehen? Wo ist nur plötzlich das, wonach sich jeder Mensch sehnt? Will denn nicht jeder sein eigenes Leben in Ruhe und Frieden führen, ohne Angst auf die Straßen gehen und seine Mitmenschen tolerieren? Ist es nicht das, wonach wir alle wirklich suchen?
Vor meinen Augen steht ein vollständig brennendes Mehrfamilienhaus, elfter Stock, auf dem Balkon hält eine verzweifelte Mutter ihr Baby über das Geländer, in der Hoffnung, jemand wird es auffangen. Trotz des enormen Lärms der Krawalle, kann ich den dumpfen Klang vom ungebremsten Aufprall des Kindes hören. Niemand hat das Baby aufgefangen, denn alle sind damit beschäftigt, sich gegenseitig abzuschlachten. Die Mutter schreit ihr Leid in die Freiheit und rennt zurück in die Wohnung, wo die höllischen Flammen sie bereits erwarten. Mir läuft eine winzige Träne über die Wange und ich sehe es endlich ein. Wir befinden uns mitten in einer absoluten Dekadenz.

Wir gewinnen, ihr verliert.
Die Zahl der Toten beider Seiten, die Seiten von gut und böse, die man kaum noch unterscheiden kann, schießt gewaltig in die Höhen und scheint, kein Ende zu definieren. Gewinnen wir denn wirklich? Wenn alles vernichtet ist und alle Menschenleben ausgelöscht wurden, haben wir dann gewonnen?

Ich laufe los, ohne Ziel. Ich schaue mir das beinahe postapokalyptische Szenario weiterhin an und denke darüber nach. Wir gewinnen, ihr verliert.

Samstag, 21. Mai 2011

Night Of Deletion

Bryan und seine Kumpel waren mal wieder unterwegs. Wie so oft zogen sie die ganze Nacht um die Häuser, zogen ein paar fette Joints und tranken Mengen an Bier. Sie trafen sich allesamt bei Steve, von dort aus liefen sie zum Brunnen an der Hauptstraße und tranken die ersten Biere. Bryan drehte den ersten Joint und steckte das Teil an. Er inhalierte den Rauch, schloss die Augen, ließ den Kopf in den Nacken fallen und atmete den Rauch wieder aus. Alle jubelten und stießen ihre Bierdosen zusammen, dass das Bier überschwappte und einzelne Stellen des gepflasterten Bodens nässte.
„Reich mal rüber, den Scheiß“, sagte Mitch und nahm den Joint mit einem Grinsen entgegen.
Bryan schnappte sich eine Dose Bier und öffnete sie.
Unter der Woche war nachts nie viel los, doch sobald der Freitagabend begann, nahm sich das ganze Dorf vor Bryan und seinen Jungs in acht. Niemand wollte etwas mit ihnen zu tun haben. Gewalt, Drogen, Alkohol und Vergewaltigungen, das waren die Nächte, die sich jedes Wochenende erneut abspielten. Niemand lief gerne nachts draußen durch die Gegend, weil er Angst hatte. Jeder, der ihnen zum falschen Zeitpunkt über den Weg lief oder Ärger machte, bekam ohne Vorwarnung eins auf die Fresse und zwar von allen. Bryans Vater war ein begehrter Rechtsanwalt und seine Mutter seine Sekretärin, beide verdienten gut und konnten ihrem Sohn ein gutes Leben bieten. Bryan lebte somit in Geld und Luxus. Doch schon auf der High School traf er auf die falschen Leute und schloss sich ihnen an. Er erledigte eine Art Job für seine neuen Freunde. Somit fingen die Schlägereien an, gefolgt von den Drogengeschäften. Im Laufe einer geringen Zeit stieg Bryan in der Hierarchie auf und übernahm größtenteils die Drogengeschäfte und sagte auch schon bald allen, wo es langging.
„Was haltet ihr von ‘nem kleinen Überfall heute Nacht?“, fragte Steve.
„Wen willst du überfallen?“
„Was soll die Frage, Bryan? Ist doch scheißegal, wen! Hauptsache wir können jemanden abziehen.“
Bryan trank einen Schluck Bier und warf die Bierdose hinter sich. Er ging auf Steve zu und starrte ihm tief in die Augen. Steve zog am Joint und zuckte mit den Schultern.
„Was ist?“, sagte er provozierend.
Bryan fing an, zu lächeln.
„Lass uns loslegen!“
„Na das is‘ mal ‘n Wort, Jungs. Auf geht’s!“
, sagte Steve und streckte beide Arme in die Luft.

Cameron und Brad schliefen in der ersten Etage, direkt nebenan ihr sechs Monate altes Kind. Sie hatten noch eine Tochter, die im Keller ihre eigene Wohnung besaß. Melissa, ihre Tochter, war gerade dabei, passende Klamotten für die Party rauszusuchen. Sie freute sich schon die ganze Woche auf den Abend, doch auch sie hatte das übliche Problem mit ihren Klamotten. Sie wusste nicht, was sie tragen sollte. Ob lang, kurz, weit, eng, bequem und lässig oder unbequem aber sexy, sie hatte keine Ahnung. Schließlich entschied Melissa sich für kurz und unbequem. Sie konnte es sich leisten, halbnackt durch die Straßen zu laufen, denn sie war ein hübsches Mädchen. Im Gegensatz zu all den fetten, hässlichen Mädchen, die dennoch an Narzissmus litten, konnte sie sich zweifellos in solchen Outfits sehen lassen.
Cameron und Brad schreckten auf, das Baby weinte.
„Brad, was war das?“
„Ich weiß es nicht, sieh du nach dem Kleinen. Ich gehe runter und sehe nach.“
Brad stand auf, zog sich eine Hose an und ging raus in den Flur und dann zur Treppe. Er hörte Stimmen mehrerer Personen, die sich nicht im Geringsten darum bemühten, leise zu sein. Cameron lief mit dem Baby auf dem Arm zu ihm und schaute die Treppe hinunter.
„Verdammt, Brad. Wer ist da?“, fragte sie leise.
„Geh zurück ins Schlafzimmer, du musst leise sein“, flüsterte Brad und ging mit ihnen ins Schlafzimmer.
„Ich rufe die Polizei.“
„Achte darauf, dass du leise bist! Das ist jetzt das Wichtigste.“
Brad schnappte sich das Gewehr, das er unter dem Ehebett deponierte, und gab seiner Frau einen Kuss auf die Stirn. Dann verließ er das Zimmer.
„Pass auf dich auf, Brad.“
Er ging den Flur entlang, die Treppe runter und stand zusammen mit den Einbrechern im großen Hausflur.
„Verschwindet sofort aus meinem Haus!“, befahl Brad und richtete das Gewehr abwechselnd auf jeden der Einbrecher.
„Na wen haben wir denn da. Derjenige, der sich verpissen sollte, bist du, Alter!“, sagte Bryan.
„Die Polizei ist unterwegs, ihr solltet verschwinden, Jungs.“
„Du bist echt verrückt. Siehst du denn nicht, dass du in der Unterzahl bist? Komm schon.“
Steve, Mitch und ein paar weitere umzingelten Brad. Er wurde nervös.
„Das hier ist kein verdammtes Playstationspiel! Verschwindet! Sofort!“
„Halt’s Maul!“
, sagte Mitch.
Er zog ein Messer, packte Brad am linken Ohr und schnitt es ihm ab. Ein Schuss löste sich und die Kugel zerfetzte Jonathans halben Kopf.
„Du hast gerade meinen Bruder erschossen. Das war wirklich keine gute Idee, man“, sagte Bryan und ging auf Brad zu, der bereits blutend auf dem Parkettboden lag und weinte. Er packte ihn an den Haaren und drückte seinen Schlagring auf die Wunde. Brad schrie auf. Steve nahm ihm das Gewehr ab und warf es hinter sich.
„Mach mal ‘n Vorschlag. Wie lösen wir das mit meinem toten Bruder, hä?“, fragte Bryan.
„Es, es tut mir leid“, stotterte Brad.
„Hast du Familie?“
„Ja.“
„Wo ist deine Frau?“
„Bitte nicht, bitte!“
„Jammer nicht rum, du Arschloch. Wo ist diese verfickte Schlampe?“
„Sie ist oben, okay. Sie ist im Schlafzimmer“
, schrie Brad und hielt sich die Hände vor das Gesicht.
Bryan lachte und ließ ihn los.
„Seht euch diesen jämmerlichen Wichser an. Er schiebt seine eigene Frau vor, weil er sich in die Hosen scheißt! Das ist wirklich spektakulär, Leute. Steve, geh hoch und schnapp dir die Fotze!“
Steve nickte und stürmte die Treppenstufen nach oben. Die erste Tür, die er sah, konnte nur die falsche sein. Zu viele kindische Dekorationen an der Tür. Er ging nach links und trat die Tür ein.
Cameron kauerte in der Ecke und hielt ihr Baby in den Armen.
„Bitte tun Sie mir nichts!“
„Keine Angst, meine Hübsche. Ich verspreche dir, ich werde dich nicht allzu hart ficken, du hast mein Wort!“
Er ging auf sie zu und nahm ihr das Baby weg. Dann zerrte er Cameron aus dem Zimmer, runter in den Eingangsbereich des Hauses, wo sich auch ihr Mann befand. Währenddessen hatten sie sich auch Melissa aus dem Keller nach oben geholt.
„Jetzt, wo wir alle versammelt sind, heiße ich euch herzlich willkommen! Wir sind hier, um ein wenig Spaß zu haben und ihr werdet uns dabei eine große Hilfe sein“, sagte Bryan und begann, Melissa gewaltsam auszuziehen.
„Wer will sie ficken? Freiwillige?“
„Lass mich das machen, Bryan. Ich übernehme die Nutte!“
, sagte Mike und fing auch gleich damit an, Melissa seinen Schwanz reinzuschieben.
„Nein! Lasst sie in Ruhe! Lasst sie in Ruhe!“, schrie Cameron.
„Halt deine Fresse!“, befahl Steve und schlug ihr ins Gesicht.
„Oben liegt ein Kind, Bryan“, sagte Steve.
„Wie alt?“
„Ein paar Monate vielleicht. Was weiß ich denn.“
„Das ist beschissene Kleinware, hol es runter und schmeiß das Ding in den Mülleimer!“
„Was?“
„Ich kann sowas nicht gebrauchen, du sollst es in den Müll schmeißen!“
„Das können wir doch nicht bringen, Alter! Es ist ein kleines Kind!“
Bryan ging auf Steve zu und drückte ihn gegen die Wand.
„Du hast vor niemandem Respekt, haust jedem auf die Fresse und hast ebenfalls kein Problem mit Vergewaltigungen! Du bist absolut menschenverachtend! Willst du mir also wirklich erzählen, das Alter macht einen Unterschied?“
„Ich kann das nicht machen, man. Das ist krank, Bryan!“
„Okay, schon gut. Kein Problem.“
Bryan ging die Treppe hoch, schnappte sich das Baby und kam wieder runter.
„Komm mit, Steve!“
Die beiden gingen in die Küche. Bryan öffnete die Schranktür neben der Spülmaschine und zog den Restmülleimer hervor.
„Sieh einfach nur zu!“
Er schaute Steve noch einmal tief in die Augen und hielt das Baby hoch.
„Komm schon, Bryan. Das kannst du nicht machen.“
Plötzlich schmetterte Bryan das Baby mit voller Wucht in den Mülleimer, tat den Deckel drauf und schüttelte den Eimer wild hin und her. Dann stellte er den Mülleimer zurück und schloss die Schranktür.
„So einfach geht das, mein Freund. So einfach!“, schrie Bryan Steve ins Gesicht und verließ die Küche.
Mike war immer noch dabei, Melissa zu vergewaltigen, und Cameron und Brad lagen total verzweifelt auf dem Boden. Sie mussten mit ansehen, wie ihre Tochter vergewaltigt und ihr kleines Baby im wahrsten Sinne des Wortes entsorgt wurde. Ihre Nerven lagen blank!
„Ich habe eine Lösung für unser Problem, Kumpel“, sagte Bryan und zog Brad die Hose aus.
Zwei von Bryans Leuten hielten ihn fest, da er sich wehrte.
„Steve, bring mir ein Blatt Papier!“
„Was hast du vor, verdammte Scheiße?“
, fragte Brad und wimmerte.
„Ich werde jetzt unser Problem lösen!“
Steve kam angerannt und reichte ihm das Papier. Bryan setzte eine Kante des Blattes am Ende von Brads Harnröhre an und zog es zügig nach oben durch. Blut spritzte auf Bryans Hand und Brad schrie.
„So löst man Probleme, du Wichser!“
Er nahm sich das Gewehr und steckte es Cameron in den Mund.
„Sieh dir das an, Kumpel! Und du lutschst das Ding jetzt! Los, das ist doch wohl nicht dein erstes Mal, Baby!“
Nach einigen Momenten drückte Bryan ab und Camerons Schädel zersprang. Knochen, Blut und Gehirnbrocken flogen durch die Gegend und versauten den Boden.
„Wow! Was für ein Adrenalinkick! Macht mit dem Rest, was ihr wollt, nur beeilt euch. Ich brauch‘ jetzt erstmal eine Kippe!“
Bryan lief aus dem Haus und steckte sich eine Zigarette an. Für ihn war es genau das Gefühl, das er wollte! Es war die Macht, die er für diesen Moment besaß, die Fähigkeit, über Leben und Tod zu entscheiden. Das war sein Ding und er würde so schnell nichts daran ändern.

Mitch stand plötzlich hinter ihm und steckte sich auch eine Zigarette an.
,,Fertig?", fragte Bryan und atmete den Rauch aus.
Alle anderen kamen aus dem Haus und versammelten sich vor Bryan und Mitch.
,,Fertig!"

Montag, 11. April 2011

Das Ende

Während der Gläubige seinen Tod, seine Verwesung seinem Gott verdankt, bleibt dem Ungläubigen nur die Philosophie über das Ende des Lebens, das sich bei dem einen früh, bei dem anderen sehr spät durchsetzt. Der gläubige, irreversible Teil der Menschheit hat kein Interesse daran, durch eigene Gedanken, durch eigene Worte, zu lernen. Zu lernen, mit sich selbst umzugehen und auf eigenen Beinen zu stehen, das konstruktive Leben erkennen. Obligatorisch schleifen ihre Seelen über den sündigen Boden ihrer Religion und verbleiben ihr Leben lang, selbstverständlich auf Anweisung des Herrn, im definitiven Faschismus des Glaubens. Unmengen an heißen Patronenkugeln schießen aus den Läufen diverser Schusswaffen in den Kopf des nächstbesten Andersgläubigen und wirbeln dabei den Sand der unendlichen Wüste auf. Ungeborene Mädchen werden getötet, auf Grund ihres nicht vorhandenen Wertes im Land ihrer Mütter. Der notorische Geruch des Benzingases, das über einen Islamistenkörper fließt und sich aus Verzweiflung nahezu selbst in Brand steckt. Die abgerissenen Gliedmaßen fliegen durch die staubige Luft, der Selbstmordattentäter reißt viele unschuldige Menschen mit sich in das, von ihrem Gott gewollte, Ende des Lebens. All diese Dinge geschehen unter Aufsicht und Genehmigung des Allmächtigen und die Menschheit resozialisiert sich kontinuierlich auf diesem Fundament.
Was dem profanen Teil der Menschheit bleibt, gleicht allerdings einem vollkommen anderem Universum! Dem Atheisten bleibt nur die Philosophie über viele Dinge, die in einem Leben geschehen. Die Philosophie, in der immer und überall viele verschiedene Interpretationen stecken. Es ist einzig und allein der Versuch, zu verstehen. Ein Atheist wird mit seinem Zorn und seiner Ahnungslosigkeit in einer konfusen Diskrepanz zurückgelassen. Er hält nicht viel davon, einem Buch zu folgen, das vor mehr als tausend Jahren von einem Menschen geschrieben wurde, dessen Sprache heute niemand mehr spricht. Es ist ein Buch, dessen Autor es nicht möglich ist, Beweise zu liefern. Es gibt keinen einzigen Menschen mehr auf dieser Welt, der jemals Kontakt zu ihm hatte. Wer also bleibt übrig, um uns zu beweisen, dass das Geschriebene in dem dicken Buch, der Wahrheit entspricht? Die Antwort ist Diskretion auf die Frage und, dass es nun mal die Wahrheit sei!

Der Pfarrer predigt den Schwachen die Lehren des heiligen Zorns. Eine Predigt der Boshaftigkeit für die desorientierte Audienz. Das Düstere wird hinter dem Vorhang der religiösen Perversionen versteckt, geknebelt und gefesselt, wie eine wertlose Fotze aus einem Bondage Streifen. Die Predigten, Lügen. Die Basis der Audienz, Schwäche und Naivität.

Das Flimmern des Fernsehers, das dem dunklen Zimmer einen bläulichen Schein verleiht, lässt meine Augenlider schwer werden. Ich werde langsam müde. Meine Nacht, mein Tag, es ist eine konvergierende Stagnation. Ich lebe bescheiden, mein Kühlschrank gleicht nicht dem eines reichen Mannes. Dieses verdammte Jahrhundert, ich bin arbeitslos und schaue meiner Verwesung geradewegs in ihre hässliche Fresse, hässlich, wie der Tag und die Nacht, konvergierend.
Der Welt scheint die Sonne schon lange nicht mehr aus dem Arsch. Ich bin froh, diese Art von Zufluchtsort zu besitzen. Dort bin ich alleine, alleine mit mir selbst. Keine Probleme, keine Feinde, keine Sorgen. Für diesen Augenblick ist der sonnige Arsch wieder am Scheinen! Ich schaue nach links, dann rechts, die weiße Tapete ist befleckt mit Nikotinrückständen, nur so fühle ich mich geborgen. Ist es das Ende, mein Sieg oder ist es vielleicht doch nur die Resignation meiner Persönlichkeit? Meine Umgebung beginnt, sich zu bewegen, alles wird schneller, die TV-Darsteller bewegen sich zügig und sprechen unverständlich. Ich komme nicht mehr mit. Verstehe nichts. Alles zu schnell. Wer kümmert sich jetzt um mich und wer füttert meine Fische? Sie können doch nichts dafür, sie schwimmen doch einfach nur friedlich in ihrem Wasser hin und her. Bitte lasst sie nicht an meinem Schicksal teilhaben.

Das ist das Ende. Der gläubige Christ dankt Gott für sein Schicksal. Er ist fest davon überzeugt, die leidvolle Prüfung seines allmächtigen Vaters stehe ihm bevor.
Der Ungläubige verharrt in Fatalismus, Verzweiflung oder einem philosophischen Chaos. Ob vorgesehene Prüfung oder unabänderliches Schicksal, das ist das Ende.

Montag, 28. Februar 2011

Hardcore Rush 2

Mein harter Schwanz fährt schwere Geschütze auf und schießt das glitschige Ejakulat mit voller Wucht auf seine Arschbacken. Die Haut wird auf brutale Weise strapaziert und das schmerzbringende Reißen steht dem Wichser mit dem Dornenkranz auf dem Kopf kurz bevor! Das Leinentuch, das er um seine Hüfte trug, habe ich ihm ausgezogen und die infizierten Wunden auf seinem Rücken, die von den Morgenstern-Peitschen stammen, führten zu einer Katalepsie meines Geschlechtsteils. Es war der heilige Segen von all den pädophilen Gläubigen, der auf unserem staubigen Koitus lag und uns begleitete. Ich sauge meine Spermien mit den Lippen auf und spucke sie in seine bärtige Fresse.
„Bitte schwöre bei Gott, mein Herr. Besuche mein Inneres immer wieder!“, jaulte Jesus und bestätigte sich dadurch nochmals in seiner naiven und paradoxen Art.
Wie auch immer es geschehen ist, ich habe die Führung übernommen.

Zurück aus Jerusalem steige ich aus dem Wasser und bin endlich wieder zu Hause. Endlich habe ich meine minderjährigen Nutten, die zerstückelten Babies im Keller und meine mittlerweile sehr liebgewonnene, homosexuelle Ziege wieder.
Als ich meine Wohnungstür aufschließen will, bricht Harald, die Ziege, durch die Holztür und rammt mir seinen harten Schädel in die Eier. Ich hebe ab und krache ungebremst in das Treppengeländer. Es schallt laut durch das gesamte Treppenhaus, unglücklicherweise ist es drei Uhr nachts. Sofort springt er auf mich und versucht gewaltsam, seine raue Zunge in meinen dehydrierten Hals zu schieben. Ich drücke ihn mit beiden Händen von mir weg und verbiete ihm den sexuellen Umgang mit mir. Beleidigt geht er zurück in die Wohnung. Er hätte wenigstens die Tür schließen können.
„Was ist denn das schon wieder für ein Krach hier um diese Uhrzeit?“
Thomas steht in Schlüpfer und Badelatschen im Türrahmen seiner Wohnung und schreit mich an. Ich stehe auf und entschuldige mich höflich bei ihm und bekomme dafür direkt die nächsten Worte entgegen gebrüllt.
„Hast du einen an der Klatsche, du versoffener Depp? Mach, dass du weg kommst!“
Die Beleidigungen und Schreierei kann ich noch ignorieren, doch diese dumme Fotze will mir doch tatsächlich Befehle erteilen! Ich gehe einen Schritt auf Thomas zu und schaue ihm tief in die Augen.
„Wolltest du mir gerade sagen, was ich zu tun habe?“
„Ja das wollte ich, du Idiot und jetzt verschwinde, sonst setzt’s was!“
„Sonst setzt’s was?“
, frage ich und grinse ihn an.
„Geh mir aus den Augen, sonst zieh ich dir was über deine leere Birne!“
Kaum hatte Thomas diesen Satz zu Ende gesprochen, schlug meine Faust in seinem Gesicht ein. Blut spritzte und er fiel auf seinen Rücken, was ihm die Luft wegnahm. Wie er es nicht anders verdient hatte, trat ich ihm meinen Stiefel in die blutige Fresse und seine Lippe platzte ein Stück weiter auf. Er bekam noch drei Tritte auf den Kopf und dann packte ich meinen Schwanz aus, um ihm das Blut aus der heulenden Visage zu pissen. Ich war nicht einmal eine halbe Stunde zu Hause und habe es geschafft, einen Menschen an seinen Tiefpunkt der Persönlichkeitserniedrigung zu treiben. Ich glaube nicht, dass Thomas noch einen einzigen Ton gegen mich erheben wird. Der blöde Ficker hat erstmal genug von meiner Anwesenheit.
Ich packe meinen Penis wieder ein und verschließe ihn sicher hinter dem Reisverschluss. Das Parkett in Thomas‘ Wohnung ist bepisst und blutverschmiert und er liegt mittendrin.
„Geh dich mal abtrocknen, dein Gesicht ist nass“, sage ich und verlasse die Wohnung, um in meine eigene zurück zu gehen.

Da steht sie erregt, schwer atmend und sabbernd vor mir. Harald, die Ziege. Wir sind beide bereit, unsere Chlamydien untereinander auszutauschen und wir sind geil. Ich gehe zu Harald und lecke zärtlich sein niedliches Ziegenbärtchen ab. Harald stößt ein lautes Mäh hervor und ich kann beobachten, wie sein kleiner Penis zu etwas brauchbarem wächst. Ich kann mich nicht mehr beherrschen und krieche unter ihn.
Nach der ersten Runde Facesitting ist mein Hals wieder ausreichend bewässert und mein Gesicht nass. Jetzt begebe ich mich auf die Suche nach Haralds Darmöffnung. Ich muss mich durch den dichten Wald aus grauen Bäumen schlagen, um mein Ziel zu finden. Wenige Minuten später habe ich mein Ziel erreicht und schiebe ihm meinen betonharten Schwanz in den Ziegenarsch. Ich packe Harald an den Hörnern und penetriere mit rücksichtslosen Stößen seinen After. Der Schweiß glänzt auf unserer Stirn wie der schwarze hochglanz Lack meines SM-Anzuges. Meine Bewegungen werden fester und schneller. Harald sabbert den schönen Teppich voll und ist von der Exaltation, den Orgasmus hinzuhalten, überwältigt. Der Druck auf meine Eichel wird immer größer und ich konzentriere mich. Meine innere Stimme sagt mir: „Komm schon, Alter! Nur noch ein paar harte Stöße!“
Ich versuche alles, um meine innere Stimme nicht zu enttäuschen. Nach diesen gewünschten brutalen Stößen und einer Langstrecken-Ejakulation sind Harald und ich total erschöpft. Ab sofort scheiße ich auf alle Frauen dieser Welt, ich brauche diese elenden Schlampen nicht mehr! Das war der beste Fick, den ich je in meinem Leben hatte!

Ich habe die Nacht gut durchgeschlafen und bin heute Morgen topfit. Mein Magen knurrt und ich bemerke bereits selbst, dass ich meinen Hunger um jeden Preis stillen muss! Ich gehe in den Keller und schalte das Licht an. Der Gestank ist widerlich, aber er hat etwas Sympathisches. Von der Decke hängen viele verschiedene Gliedmaßen neugeborener Menschen. Das, meine lieben Freunde, ist die Kunst der menschlichen Abgründe. Es ist ein einziges Individuum für sich und ich ganz alleine habe es dazu gebracht! Das Angebot an Speisen hier unten ist groß. Für alle Geschmäcker ist etwas dabei.
Heute gönne ich mir den kleinen Oberschenkel eines Babies namens Niklas. Das Fleisch riecht sehr gut und ist noch frisch. Der Frühstückstisch ist bereits ausführlich gedeckt und der Schenkel brät wenige Sekunden später in der rostigen Pfanne. Währenddessen genieße ich den nahezu perfekten Blowjob von Jacquelines Schädel. Eins muss ich ihr wirklich lassen, sie wäre eine gute Nutte geworden. Höchstwahrscheinlich schon mit zehn Jahren die beste im ganzen Land. Es tut einfach so gut, ihre weichen Lippen und das zahnlose Gebiss um meinen Penis zu fühlen. Ah, der Schenkel ist fertig!
Mit Messer und Gabel verzerre ich genüsslich Niklas' Schenkel. Fleisch ist nicht viel dran, aber er schmeckt wahnsinnig köstlich. Genau das ist es, was ich am Morgen brauche, bevor ich auf die Arbeit fahre und mich von meiner fetten Chefin anschnauzen lassen muss. Ich war eine lange Zeit nicht da, sicherlich erwartet mich nun viel Arbeit.

Naja, wenigstens habe ich ein gutes Frühstück!